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Prüfungsvoraussetzungen | Drucken |
Die Ausbildung zur Heilpraktikerin / zum Heilpraktiker in Deutschland ist nicht gesetzlich geregelt. Den Beruf können diejenigen ausüben, die eine Prüfung beim Gesundheitsamt bestehen. Rechtliche Grundlage hierfür ist das Gesetz zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) und seine Durchführungsverordnung.
Für die Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz werden keine naturheilkundlichen Behandlungsmethoden geprüft. Grundlage ist das Wissen um die gesetzlich vorgegebenen Grenzen, wie z. B. das Infektionsschutzgesetz. Prüfende Behörden sind die staatlichen Gesundheitsämter, zumeist zentral für einen Regierungsbezirk. Welches Gesundheitsamt die Überprüfung vornimmt, ist abhängig vom ersten Wohnsitz, manchmal auch vom Ort der beabsichtigen Niederlassung. Die Anmeldung erfolgt durch einen formlosen schriftlichen Antrag direkt beim zuständigen Gesundheitsamt oder bei der unteren Verwaltungsbehörde (das Landratsamt, das Gewerbeamt, die Stadtverwaltung bzw. die staatliche Polizeibehörde) am Wohnort.

Die erforderlichen Unterlagen (Lebenslauf, Schulabgangszeugnis, Führungszeugnis usw.) werden zum gegebenen Zeitpunkt von der zuständigen Behörde angefordert.Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung beim Gesundheitsamt:

    Vollendung des 25. Lebensjahres
    Mindestens Hauptschulabschluss
    Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses
    Vorlage eines Gesundheitszeugnisses
    ausländische Mitbürger/innen müssen eine gültige Aufenthaltserlaubnis vorlegen

Derzeit nehmen 13 Bundesländer an einer zentralen schriftlichen Prüfung teil:
Am gleichen Tag (am 3. Mittwoch im März sowie am 2. Mittwoch im Oktober) wird dieselbe schriftliche Prüfung in den jeweiligen Städten durchgeführt. Sie dauert 2 Stunden und es müssen 45 von 60 Multiple-Choice-Fragen richtig beantwortet werden. Ist diese bestanden, werden die Prüflinge danach zur mündlichen Prüfung eingeladen. Diese dauert pro Person mindestens 30 und maximal 60 Minuten, einzeln oder in Gruppen bis zu 4 Personen.
Die Anzahl der Prüfungswiederholungen ist nicht begrenzt. Wenn die mündliche nicht bestanden wurde, muss auch die schriftliche Prüfung wiederholt werden.

Die Prüfungsthemen sind in den meisten Bundesländern ähnlich. Notwendig ist eine umfassende medizinische Grundausbildung. Gefragt wird im Besonderen nach:

Berufs- und Gesetzeskunde, unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Grenzen der   Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung
Anatomie und Physiologie
allgemeiner Krankheitslehre, Herz- und Kreislaufkrankheiten, übertragbaren Krankheiten laut Infektionsschutzgesetz, schwerwiegenden psychischen Krankheiten, Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände
Technik der Anamneseerhebung, Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung)
Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden der Heilpraktiker
Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation
Injektions- und Punktionstechniken
Deutung grundlegender Laborwerte

Die Prüfungskommission besteht in der Regel aus der Amtsärztin / dem Amtsarzt, einem/r Protokollanten/in und einem oder mehreren Beisitzer/innen. Die amtlichen Gebühren für Überprüfung und Erteilung der Erlaubnis sind unterschiedlich hoch und liegen bei durchschnittlich 600,- Euro.
Erkundigen Sie sich bitte bei der für Sie zuständigen Stelle.

Die Prüfung zur eingeschränkten Ausübung der Heilkunde: HP für Psychotherapie, bzw. Psychologische Beraterin / Psychologischer Berater ist von den Voraussetzungen und vom Ablauf her ähnlich. Sie dürfen nur nach bestandener Prüfung in Ihrer beruflichen Tätigkeit die Patientin / den Patienten nicht berühren und keine unterstützenden Medikamente verordnen. Dies kann für Menschen, die nicht ausschließlich mit Hilfe von Gesprächen arbeiten möchten, eine große Einschränkung bedeuten. Deshalb raten wir vor der Entscheidung zu diesem Ausbildungsgang zu einer gründlichen Prüfung Ihrer beruflichen Ziele.
Auch gibt es für Menschen, die schon therapeutisch arbeiten, die Möglichkeit, den „kleinen HP-Schein“ ohne Prüfung zu beantragen. Dafür ist das Gesundheitsamt zuständig.

Übrigens: Sie können die Kosten der Ausbildung als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben (auch vorweggenommene Betriebsausgaben) steuerlich absetzen.
 
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